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Willkommen in den Teegärten des Fairen Handels

Quelle (Text + Fotos): GEPA

 

Seit Tausenden von Jahren ist Tee der Inbegriff für Tradition, Kultur und Genuss. Die ersten Legenden zur Entdeckung der Teepflanze gehen zurück auf über 2000 Jahre vor Christus. Die Teezeremonien der unterschiedlichen Völker haben eines gemeinsam: sie nehmen Zeit und Ruhe in Anspruch, um dieses kostbare und hoch geschätzte Getränk zuzubereiten.

Nicht nur in Japan, England und vielen anderen Ländern hat Tee einen besonderen Stellenwert - auch in Deutschland lässt man sich durch eine duftende Tasse Tee gern aus dem Alltag entführen!

 

Teegenuss in Großbritannien

Seit dem 17. Jahrhundert wird in Großbritannien Tee aus China importiert, aber es war ein sehr teures Vergnügen. Daher war der Genuss von Tee zunächst nur ein Privileg des Adels. Auch die Königin Anne (1665 - 1714) fand Gefallen an dem neuen Getränk aus China und verzichtete auf das traditionelle Warmbier zum Frühstück.

Ab Mitte des 18. Jahrhunderts wurden in England die ersten Teegärten eröffnet, in denen das wärmende Getränk im Freien getrunken werden konnte.

Die Teegärten fanden gerade bei Frauen großen Anklang, da sie diese besuchen durften - im Gegensatz zu den Kaffeehäusern, zu denen ihnen der Zutritt noch nicht gestattet war. In dieser Zeit treten auch schon erste Orchester in den Teegärten auf und es wird dazu getanzt. Die Epoche des Tanztees beginnt, die in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts zur Blüte gelangt - auch mit Liedern wie "Tea for two".

Eine Entscheidung im Jahr 1783 verändert die Nachfrage nach Tee in Großbritannien nachhaltig: Die hohe Teesteuer wird gesenkt. Dadurch wird dieses Getränk auch für die Mittelschicht erschwinglich, später sogar für Arbeiterfamilien. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wird Tee in großem Stil in den britischen Kolonien angebaut. Der indische Schrifsteller Mulk Raj Anand hat die Auswirkungen auf die Menschen in seinem Heimatland sehr eindrücklich in seinem Buch "Zwei Blätter und eine Knospe" beschrieben.

Die Preise für den Tee sanken durch die koloniale Plantagenwirtschaft weiter. "Tea and two slices" wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Frühstück der Arbeiterfamilien schlechthin.

Zu den beiden mit Margarine und Konfitüre bestrichenen Brotscheiben wurde ein großer Becher Tee mit Milch und Zucker getrunken - vorausgesetzt, das Geld reichte dafür. Tee wird für viele Menschen zum Lebenselixir, das sie auch den Hunger vergessen lässt.

Abgesehen vom bürgerlichen "Five o' clock Tea" zu Hause, wurde Tee aber auch immer in Fabriken und Werften getrunken. In Blechdosen oder Emaillebechern gehörte er zum Arbeitsalltag. Dies waren die Vorläufer der bis heute so beliebten Teebecher. Und die "tea break" ist die klassische Pause im Betrieb. Der britische Journalist Tim Hayward (Jg. 1963) beschreibt im folgenden Textauszug den Beginn seiner Liebe zum Tee und wie er sein Verhältnis zum Tee bis heute prägt:

"Samstagmittag holte mich mein Vater von der Schule ab, und um mir eine Freude zu machen, fuhren wir zu den Docks, tranken dort Tee und schauten den Arbeitern zu, wie sie den sandigen Grund ausbaggerten. (...)

Der Tee war bereits mit Zucker und Milch umgerührt und köchelte den ganzen Tag. (...)

Die Dockers tranken ihn aus einer Art großer Konfitürentöpfe, während es für die Besucher irgendwelche Becher gab. (...)

Ich erinnere mich noch gut an die leuchtende, ochsenblutrote Farbe, an die seltsame Milch in Flaschen mit silbernen Kapseln und an die Art, wie der Gerbstoff den Mund zusammenzog. (...)

Doch würde ich heute jeden von diesen perfekt aufgegossenen Spitzentees mit ihren Champagner- und Honignoten und ihrem zarten Rauchton hergeben, nur um noch einmal einen Konfitürentopf mit dem Tee von damals zu verkosten."

 

 

Tee ist ein sehr anspruchsvolles Gewächs! Die Spezialistinnen und Spezialisten in den Teegärten Darjeelings, Assams und anderen Orten, mit denen die GEPA zusammen arbeitet, kennen und lieben ihr Produkt und wissen genau, was das Beste für Mensch und Natur ist.

 

Der Teeanbau

Bis zu 6 Meter hoch kann ein Tee-Baum werden. Um die Ernte zu erleichtern, wird er alle 4 bis 6 Jahre stark zurück geschnitten und strauchförmig gezogen. Die immergrünen Blätter sind 4 bis 10 cm lang, leicht gezähnt und fühlen sich etwas lederig an.

Es gibt sehr viele Sorten Tee - aber auch der Standort mit seiner speziellen Bodenqualität, Niederschlagsmengen und die Höhe der Lage des Teegartens bestimmen die Qualität des Tees. Die Teepflanze benötigt regelmäßige Niederschläge und zahlreiche Nährstoffe. Sie liebt Höhenlagen zwischen 500 und 2000 Metern. Deshalb werden die besten Tees in Darjeeling und Sri Lanka geerntet.

Die meisten Handelspartner der GEPA bauen ihre Tees biologisch an oder befinden sich in der Umstellung auf biologischen Landbau.

Der Bio-Anbau kommt ohne chemischen Dünger, Pestizide und Herbizide aus, die in vielen Teegärten eingesetzt werden! Statt dessen werden natürliche Mittel eingesetzt: Mit Kompost und Wurmkulturen wird die Bodenfruchtbarkeit gewährleistet. Leguminosen wie zum Beispiel Bohnen spenden den Teesträuchern ebenfalls notwendige Nährstoffe. Erosion wird vermieden durch Rand- und Schutzbepflanzung, Jäten mit der Hand und Mulchen.

 

Mehrwert des Fairen Handels

Anders als beim Kaffee gibt es für Tee keinen Weltmarktpreis, an dem sich der Faire Handel orientieren könnte. Deshalb übernimmt die GEPA als Grundlage für ihren fairen Preis die Kalkulation ihrer Handelspartner. Hier wird darauf geachtet, dass sowohl die höheren Kosten der Bio-Produktion abgedeckt sind als auch ein Beitrag zu umfassenden Sozialprogrammen in den Teegärten geleistet werden kann.

Bei diesen Programmen wenden die engagierten Eigentümer der Teegärten, mit denen die GEPA zusammen arbeitet, mehr auf, als von den Fair-Trade-Siegelorganisationen vorgeschrieben wird.

 

 

TEEWISSEN

Bis der Tee in Ihrer Tasse ist, hat er einen langen Weg hinter sich, angefangen von der Ernte, Verarbeitung, Verpackung bis hin zur Verschiffung und in den Verkauf.

 

Das Pflücken

Während der Pflücksaison gehen die Pflückerinnen in regelmäßigen Abständen und exakt geplanten "Pflückrunden" durch die Teegärten. Die Faustregel heißt: "Two leaves and the bud": Es werden nur jeweils die jungen Blattknospen und die beiden darunterliegenden noch zarten Blätter gepflückt. Diese Sorgfalt dabei ist von großer Bedeutung für die Qualität des fertigen Tees. Bei einer groben Pflückung, bei der auch die derberen Blätter genommen werden, verliert der Tee deutlich an Aroma und damit an Qualität. In großen Körben tragen die Teepflückerinnen die grünen Teeblätter zur Sammelstelle. Dort wird das Blattgut gewogen und das Gewicht vermerkt. Für ein Kilogramm aufgussfertigen Tee werden rund vier Kilogramm frische Teeblätter benötigt.

 

Die Teeverarbeitung

Sofort nach der Ernte müssen die Teeblätter in der Fabrik verarbeitet werden, da sie sonst rasch an Qualität verlieren.

1. Welken

Das Blattgut wird zunächst auf speziellen Drahtgittern ausgebreitet, durch die 12 bis 18 Stunden lang ein teilweise angewärmter Luftstrom geblasen wird. Bei diesem "Welken" verlieren die Blätter bereits rund ein Drittel ihres Wassergehalts und werden dadurch geschmeidig. Dies ist wichtig für das anschließende Rollen.

2. Rollen

Das gewelkte, noch grüne Blatt gelangt in so genannte "Roller-Maschinen", in denen die Blätter etwa eine halbe Stunde lang unter Druck gerollt und gequetscht werden. Dabei wird das Blattgut zerkleinert und es werden die Wände der Blattzellen aufgebrochen.

3. Fermentieren

Als Fermentation wird die Oxydation bezeichnet, die bereits während des Rollens einsetzt: Durch das Aufbrechen der Zellwände reagieren die Inhaltsstoffe, die dem Tee später seinen charakteristischen Duft und sein Aroma verleihen, mit dem Luftsauerstoff. Für die Fermentation wird der Tee circa 10 cm hoch 1 - 3 Stunden ausgebreitet. Dabei verfärbt sich der Tee Kupferrot.

4. Trocknen

Zum Trocknen gelangt der Tee nun in spezielle Öfen. Bei rund 85 Grad Celsius wird die Fermentation abgeschlossen und der Tee erhält seine nahezu schwarze Farbe. Durch die Trocknung wird der Tee haltbar gemacht.

5. Sortieren

Am Ende des Verarbeitungsprozesses stehen die Rüttelsiebe, auf denen der fertige Tee nach verschiedenen Blatt- und Brokengraden sortiert und in Kisten oder Papiersäcke abgefüllt wird.

 

Was hat es mit den Blattgraden auf sich?

TPI-Teetesterin Smita Ray: "Die Blattgrade sind nichts anderes als eine Angabe zur Größe des Tees". Die frischen grünen Teeblätter haben sich während des Verarbeitungsprozesses (Welken, Rollen, Fermentieren, und Trocknen) in aromatischen Tee verwandelt, der zum Schluss mit Hilfe von vibrierenden Sieben nach der Größe sortiert wird. In der Teesprache gibt es drei Hauptgrade: Blatt-Tees, Brocken-Tees und Tee für den Teebeutel, der noch kleiner ist.

Wenn ein Tee zum Beispiel als "FTGFOP" bezeichnet wird, dann handelt es sich um einen "Fine Tippy Golden Flowery Orange Pekoe" - einen Blatt-Tee. "TGBOP" (Tippy Golden Broken Orange Pekoe) ist ein Tee mit gebrochenem (engl. "Broken") Blatt und "GOF" (Golden Orange Fannings) ist ein ausgezeichneter Teebeutel-Tee.

Generell lässt sich sagen, dass vom Orange Pekoe über Pekoe, Broken Orange Pekoe und Fannings bis zum Dust die Größe des Blattguts immer mehr abnimmt. Grundsätzlich gilt dabei: Ein Tee ist umso ergiebiger, je stärker das Blatt gebrochen ist.

Die Größe des Blattgrades allein sagt aber noch nichts über die Qualität des Tees aus. So verlöre zum Beispiel ein Darjeeling First Flush FTGFOP1 viel von seinem Charakter, wenn man daraus einen BOP herstellen würde. Eine wichtige Rolle bei der Qualität spielen - wie beim Wein übrigens auch - die Lage des Teegartens, die Art des Anbaus, die Pflege der Teebüsche, die Witterung, die Verarbeitung in der Teefabrik und vieles mehr. Letztendlich sind auch die persönlichen Vorlieben eines Teetrinkers dafür entscheidend, ob er oder sie einen Tee mag. Wer den Tee typisch britisch mit Milch und Zucker trinkt, bevorzugt die kräftigeren Teesorten wie Assam, greift eher zu Brokengraden und schätzt genau diese Qualität. Für andere ist ein leichter blumiger Darjeeling Weißtee der Inbegriff des Teegenusses.

 

Was bedeutet... ?:

Pekoe: Der Begriff "Pekoe" stammt aus dem Chinesischen und bedeutet "zwei Blätter", das heißt die beiden obersten zarten Teeblätter (bei hochwertigen Tees werden immer nur die Blattknospen und die beiden darunterliegenden zarten Blätter gepflückt).

Tippy: "Tippy" bezeichnet Tees, die eine größere Menge an zart behaarten Blattknospenspitzen enthalten. Diese färben sich im Laufe der Verarbeitung nicht dunkel und sind als silbrig glänzende Blattpartikel zu erkennen.

Orange: "Orange" hat hier nichts mit Zitrusfrüchten zu tun, sondern stammt von "Oranje", dem Namen des holländischen Königshauses. "Orange"-Tee wurde während der Kolonialzeit ein Synonym für Qualität.

 

Die wichtigsten Blattgrade sind:

Blatt-Tees

FTGFOP1

Fine Tippy Golden Flowery Orange Pekoe 1 (1 = die beste Aussiebung dieses Blattgrades)

TGFOP

Tippy Golden Flowery Orange Pekoe

FOP

Flowery Orange Pekoe

OP

Orange Pekoe

P

Pekoe

 Broken-Tees

BP

Broken Pekoe

TGBOP

Tippy Golden Broken Orange Pekoe

FBOP

Flowery Broken Orange Pekoe

BOP

Broken Orange Pekoe

Finest Brokens

Eine Mischung verschiedener Broken-Grade z.B. TGBOP, FBOP, BOP

GF

Golden Fannings (Fannings = kleinster Blatt-Grad)

BOPF

Broken Orange Pekoe Fannings

Dust

Oft missverständlich "Teestaub" genannt; die kleinsten Partikel des Tees

 

 

Weiß - Grün oder Schwarz?

 

Weißer Tee

Weißer Tee besteht aus den geernteten jungen Teeknospen. Weißer Tee welkt 10 bis 14 Stunden, wird bei circa 100 Grad getrocknet und von Hand sortiert.

Im Gegensatz zum Schwarztee wird weißer Tee nach dem Welken nicht gerollt und nicht fermentiert.

 

Grüner Tee

Dieser Tee besteht aus den Blättern der Teepflanze. Grüntee wird kurz erhitzt, geröstet oder gedämpft. Grüntee wird - im Gegensatz zum Schwarztee - nicht fermentiert. Der grüne Tee behält dadurch seine Farbe, außerdem bleiben dabei auch alle Gerbstoffe im Blatt erhalten.

 

Schwarzer Tee

Schwarzer Tee entfaltet sein typisches Aroma nach dem Rollen und Fermentieren. Die Trocknung konserviert anschließend die Inhaltsstoffe.

 

Die Inhaltsstoffe des Tees

Ein Hauptwirkstoff des Tees ist das Koffein. Obwohl es chemisch dieselbe Struktur wie das Koffein des Kaffees besitzt, wirkt es schonender auf den menschlichen Organismus: Seine belebende Wirkung ist mit der erhöhten Gehirndurchblutung und der Erhöhung des Gehirnstoffwechsels zu erklären. Der Teetrinker und die Teetrinkerin erfahren die gesteigerte Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit, wenn sie den Tee bis zu 3 Minuten ziehen lassen.

Grüner und schwarzer Tee haben in etwa den gleichen Koffeingehalt.

Tee wird oft als Heilmittel bei Magen- und Darmerkrankungen empfohlen. Die beruhigende und stabilisierende Wirkung des Tees rührt von den Gerbstoffen (Polyphenolen) her. Für eine eher beruhigende Wirkung lässt man den Tee 3 bis 5 Minuten ziehen, da dann die belebende Wirkung des Koffeins durch die Gerbstoffe, die erst nach 3 Minuten verstärkt in den Aufguss übergeben, aufgefangen wird.

 

Earl Grey

Dabei handelt es sich um Schwarztee, der mit Bergamotte aromatisiert wurde und vor allem in Großbritannien sehr beliebt ist. Benannt wurde dieser Tee nach Earl Charles Grey, einem Adligen, der ihn um 1830 von einer Chinareise mitgebracht hat. Damit der chinesische Schwarztee auf der langen Schiffsreise nach England nicht den Geruch modriger Schiffsladungen annahm, wurden ihm Schalen der Bergamotte-Zitrone zugefügt. Die Menschen im vereinten Königreich fanden Geschmack an dieser "Notlösung". Und so trinken wir immer noch gerne Earl Grey.

 

 

Zubereitung

Die Wasserqualität bestimmt maßgeblich den Geschmack des Tees!

Jedes Leitungswasser bis zu einer Härte von 10 Grad (deutscher Härtegrad) eignet sich zur Zubereitung von Tee. Bei härterem Wasser empfiehlt sich die Verwendung eines Wasserfilters - oder eine höhere Dosierung des Tees.

Die korrekte Lagerung Ihres Tees ist wichtig für die Wahrung der Frische und Qualität. Nach dem Öffnen der Originalverpackung sollte Tee immer in einem luftdicht schließenden Behälter kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Besonders grüner Tee ist empfindlich und nimmt leicht Gerüche auf.

Die richtige Zubereitung:

  • Erhitzen Sie die gewünschte Wassermenge. Dazu eignet sich am besten ein Wasserkocher - er spart Strom und erhitzt das Wasser schnell.
  • Messen Sie die richtige Menge Teeblätter ab.
  • Wählen Sie möglichst große Teesiebe oder -filter, damit sich der Tee und sein Aroma gut entfalten können.
  • Schwenken Sie die Teekanne mit heißem Wasser aus - so kann er nach dem Aufguss besser sein Aroma entwickeln.
  • Geben Sie das Sieb oder den Filter mit dem Tee in die Kanne und gießen Sie ihn mit kochendem Wasser auf.

Bei Grüntee ist zu beachten: niemals mit kochendem Wasser übergießen, sonst wird er bitter. Lassen Sie das Wasser einfach abkühlen bis auf die empfohlene Temperatur von 70°C bis 80°C!

  • Lassen Sie den Tee die auf der Packung empfohlene Zeit ziehen. Die meisten Tees benötigen 2 bis 3 Minuten, um ihre belebende Wirkung zu entfalten.
  • Verwenden Sie die gleiche Kanne nur für Tee, nicht für die Zubereitung oder Aufbewahrung anderer Getränke wie Kaffee oder Fruchtsäfte. Spülen Sie die Teekanne am besten nur mit klarem Wasser aus, nicht mit Spülmitteln oder in der Spülmaschine. Das beeinträchtigt das feine Aroma des Tees.

 

Tee von "A" wie "Assam" bis "Z" wie "Ziehzeit"

 

Assam

Größtes, zusammenhängendes Tee-Anbaugebiet der Welt in Nord-Indien. Assam-Tee ist kräftig, voll, rund und ausgewogen, malzig und hat eine dunkel-rotbraun leuchtende Tassenfarbe. Meist ist er Grundlage für Ostfriesische Mischungen.

Blend (Schwarztee-Mischungen)

Fast alle im Handel erhältlichen Tees sind Mischungen verschiedener Teesorten und Qualitäten. Dadurch sollen saisonale Qualitäts- und Preis- schwankungen ausgeglichen und ein bestimmter Geschmack erreicht werden.

Blattgrad

Siehe oben.

Chai

Indischer Gewürztee - Schwarztee mit Gewürzen, der mit Milch aufgekocht wird.

Ceylontee

Der Tee aus Sri Lanka wird im Handel immer noch Ceylontee genannt. Er hat einen frisch-aromatischen, spritzig- lebhaften Geschmack mit ganz besonderer, eleganter Milde. Farblich liegt er zwischen Darjeeling und Assam. Man sagt auch: Er steht golden in der Tasse.

Darjeeling

Darjeeling-Tee gedeiht an den südlichen Ausläufern des Himalaya auf bis zu 2000 Metern Höhe. Klimabedingt gibt es drei Haupterntezeiten: die Frühlingspflückung (first flush: zart, hell, duftig), die Sommerpflückung (second flush: kräftiger, abgerundet im Geschmack) und die Herbstpflückung (autumnals: nicht so kräftig wie der second flush, leicht im Geschmack).

Fannings

Kleinste Blattteilchen, die durch das Sieben größerer Sortierungen anfallen und bei der Teezubereitung rasch und kräftig färben. Wegen dieser Eigenschaft werden sie anderen Sortierungen beigemischt oder für die Teebeutelproduktion verwendet.

First Flush

Erster frischer Trieb nach der Winterpause bei den Darjeeling-Tees.

Fermentation

Ein wichtiger Unterschied zwischen den einzelnen Teegruppen liegt in der Fermentation. Fermentation bedeutet allgemein einen Oxydationsprozess des austretenden Zellsaftes. Eine Fermentation wird durch blatteigene Enzyme bewirkt.

Grüntee

Die Herstellung von grünem Tee unterscheidet sich von dem orthodoxen Verfahren bei Schwarztee in erster Linie durch die fehlende Fermentierung. Sie wird verhindert, indem die für diesen Prozess verantwortlichen Enzyme durch kurzes Dämpfen der Teeblätter zerstört werden. Die Oxidation der Inhaltsstoffe unterbleibt. Der Tee behält dadurch seine grüne Farbe, außerdem bleiben dabei auch alle Gerbstoffe im Blatt erhalten.

Haltbarkeit

Grundsätzlich hat Tee eine lange Haltbarkeitsdauer, in der Regel 4 Jahre. Anders ist das bei aromatisierten Tees, da die Aromazusätze empfindlich auf Luftfeuchtigkeit und den Kontakt mit Sauerstoff reagieren. Tee sollte kühl und trocken, am besten in gut verschließbaren Gefäßen, aufbewahrt werden.

Hibiskustee

Dafür werden die Hibiskusblütten getrocknet und von Hand verlesen. Dieser Tee ist erfrischend und leicht säuerlich. Traditionell wird er als Mittel gegen Husten genutzt.

Koffein

Eine natürliche, stickstoffhaltige Substanz mit anregender Wirkung, die in bestimmten Pflanzengattungen (z. B. Kaffee, Tee, Kakao, Mate, Guarana) vorkommt.

Orange

Die Qualitätsbezeichnung "Orange" hat nichts mit der Zitrusfrucht zu tun sondern stammt von "Oranje", dem Namen des holländischen Königshauses. "Orange"-Tee wurde während der Kolonialzeit ein Begriff für Qualität.

Pekoe

Der Begriff "Pekoe" stammt aus dem Chinesischen und bedeutet "zwei Blätter" - die beiden obersten zarten Blätter, die bei hochwertigen Tees zusammen mit der Blattknospe gepflückt werden.

Qualität

Tee wird je nach Sorte, Anbauregion, Lage der Plantage, Jahreszeit, gerade herrschender Witterung und dem Hausrezept des jeweiligen Teegartens so verarbeitet, dass sich aus dem gepflückten Blattgut die bestmögliche Qualität ergibt.

Generell kann man sagen, dass Tee aus höheren Lagen von feinerer Qualität ist, weil die Blätter langsamer wachsen und so einen duftigen Geschmack entwickeln können. Tee aus tiefer gelegenen Gebieten ist meist kräftiger.

Rooibos-Tee

Zum Tee verarbeitet werden die feinen Ästchen des südafrikanischen Rooibos-Busches. Er ist koffeinfrei und reich an Vitamin C sowie wertvollen Spurenelemente wie Magnesium, Kalzium, Kalium und Eisen.

Sencha

Ein Grüntee aus Japan oder China. Der chinesische Sencha hat einen frischen, heuartigen Geschmack. Leicht und aromatisch mit gelblich-grünem Aufguss. Je dunkelgrüner die Blätter, desto besser der Tee.

Teegartentee

Sortenreine Teegartentees wie sie die GEPA anbietet, zeigen durch mögliche Schwankungen im Geschmack dem Kunden, welch ein nuancenreiches Produkt Tee ist. Normalerweise werden Tees gemischt, um eine gleich bleibende Geschmacksrichtung zu erreichen.

Teebeutel

Ursprünglich kam der praktische Teebeutel aus den USA. Zunächst wurde loser Tee in Mullsäckchen gefüllt, um schneller in den Teegenuss zu kommen. In den 20er-Jahren wurde dies in den USA immer populärer und in größerem Umfang praktiziert. Etwa seit 1950 kamen in Deutschland Doppelkammer-Teebeutel auf den Markt. Heute ist der Teebeutel auch bei uns die beliebteste Form, zu Hause, im Büro oder unterwegs Tee zu genießen.

Die GEPA-Teebeutel enthalten ausschließlich hochwertige Tees, die in Qualität und Charakter den losen Tees von GEPA entsprechen. Sie stammen aus den gleichen Ernten und sich lediglich kleiner im Blattgrad.

Tippy

"Tippy" bezeichnet Tees, die eine größere Menge an Blattknospenspitzen enthalten. Diese färben sich im Laufe der Verarbeitung nicht dunkel und sind als silbrig glänzende Blattpartikel zu erkennen.

Weißer Tee

Dies ist eine Spezialität, für die meist nur das erste Blatt und die Knospe gepflückt wird. Selbst eine erfahrene Teepflückerin benötigt einen Tag, um das Blattgut für ein Päckchen zu pflücken. Unser Weißer Tee wird ökologisch angebaut und kommt aus Darjeeling.

Wasserqualität

Für die Teezubereitung sollte möglichst weiches Wasser verwendet werden, da sich die feinen Aromen so besser entfalten können.

Yogi Tee

Yogi Tee ist eine Komposition von verschiedenen exotischen Gewürzen wie Zimt und Ingwer. Getrunken wird Yogi Tee meist mit Milch und Honig.

Ziehzeit

Die anregende Wirkung des Tees lässt sich durch die Ziehzeit beeinflussen. Nach ca. 3 Minuten ist das im Tee enthaltene Koffein vollständig gelöst und wirkt anregend und belebend. Mit zunehmender Ziehzeit werden immer mehr Gerbstoffe freigesetzt, die eine eher beruhigende Wirkung haben und sich außerdem positiv auf Magen und Darmtrakt auswirken.

 

Letzte Änderung:  23.10.2014 17:51